Schaeffler mit solidem Ergebnis nach den ersten neun Monaten
03.11.2026 | Herzogenaurach
- Umsatz mit 17,5 Milliarden Euro nach neun Monaten währungsbereinigt nahezu auf Vorjahresniveau
- EBIT-Marge vor Sondereffekten nach neun Monaten auf 4,5 Prozent verbessert (Vorjahr: 4,2 Prozent)
- Uneinheitliche Ergebnisentwicklung in den vier Sparten, diversifizierte Aufstellung wirkt stabilisierend, einmalige Sonderbelastung in E-Mobilität wegen schwachen China-Geschäfts europäischer Hersteller
- Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten nach neun Monaten bei minus 40 Millionen Euro (Vorjahr: 47 Millionen Euro)
- Prognose für das Gesamtjahr 2026 bestätigt
Die Schaeffler Gruppe hat nach der Vorveröffentlichung von Eckdaten am 13. Oktober 2026 heute ihre vollständigen Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres veröffentlicht. Trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfeldes lagen die Umsatzerlöse auf Gruppenebene mit 17.481 Millionen Euro währungsbereinigt nahezu auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 17.672 Millionen Euro). Die diversifizierte Aufstellung der Schaeffler Gruppe mit vier produktorientierten Sparten und vier Regionen wirkte stabilisierend und trug dazu bei, rückläufige Entwicklungen in einzelnen Sektoren durch andere Aktivitäten weitgehend auszugleichen.
Das EBIT vor Sondereffekten konnte im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf 794 Millionen Euro (Vorjahr: 746 Millionen Euro) gesteigert werden. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag bei 4,5 Prozent (Vorjahr: 4,2 Prozent).
Während der Umsatz in den Regionen Europa (minus 0,4 Prozent) und Americas (plus 0,5 Prozent) währungsbereinigt in etwa das Vorjahresniveau erreichte, konnte der Umsatz in Asien/Pazifik währungsbereinigt um 7,3 Prozent gesteigert werden. In der Region Greater China ging der Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres währungsbereinigt um 7,9 Prozent zurück.
„Die Schaeffler Gruppe hat in einem herausfordernden Marktumfeld in den ersten neun Monaten ein solides Ergebnis erwirtschaftet. Als breit aufgestellte Motion Technology Company konnten wir dank unseres diversifizierten Portfolios die schwieriger gewordene Situation im Automotive-Erstausrüstungsgeschäft durch eine positive Entwicklung in anderen Bereichen zumindest teilweise kompensieren. Gleichzeitig bauen wir unsere Zukunftsfelder weiter aus. Insbesondere in der humanoiden Robotik konnten wir im Berichtszeitraum neue Kunden gewinnen und unser Auftragsbuch weiter ausbauen. Auf dieser Basis bestätigen wir unsere Prognose für das laufende Geschäftsjahr sowie die Mittelfristziele für 2028“, sagt Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG.
E-Mobility – Wachstum in Europa und Asien/Pazifik
In den ersten neun Monaten 2026 stiegen die Umsatzerlöse der Sparte E-Mobility währungsbereinigt um 4,6 Prozent auf 3.871 Millionen Euro (Vorjahr: 3.682 Millionen Euro), insbesondere getragen durch Produkthochläufe in den Regionen Europa und Asien/Pazifik. Gegenläufig wirkten sich marktbedingt rückläufige Volumina bei einzelnen Projekten in Greater China und Americas aus. Die Rückgänge in Greater China betrafen vor allem Projekte von europäischen Automobilherstellern.
Im Berichtszeitraum wurde ein EBIT vor Sondereffekten von minus 571 Millionen Euro (Vorjahr: minus 654 Millionen Euro) erzielt. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten verbesserte sich auf minus 14,8 Prozent (Vorjahr: minus 17,8 Prozent). Angesichts anhaltender Volumenreduzierungen bei Projekten europäischer Automobilhersteller, insbesondere in China, hat Schaeffler im dritten Quartal 2026 Maßnahmen beschlossen, die zu einmaligen Wertminderungen und zu Rückstellungen in Höhe von insgesamt rund 240 Millionen Euro führen. Davon wurden 220 Millionen Euro im dritten Quartal 2026 erfasst, die als Sondereffekte bereinigt wurden. Die Sonderbelastungen entfallen im Wesentlichen auf Produktionsanlagen, die aufgrund rückläufiger Projekte nicht mehr benötigt werden. Zudem umfasst die Maßnahme Portfoliobereinigungen. Hierzu wurde am 13. Oktober 2026 in einer gesonderten Mitteilung berichtet.
Powertrain & Chassis – Rückläufige EBIT-Marge vor Sondereffekten
In den ersten neun Monaten 2026 sanken die Umsatzerlöse währungsbereinigt um 4,6 Prozent auf 6.302 Millionen Euro (Vorjahr: 6.672 Millionen Euro), zurückzuführen überwiegend auf die strategische Bereinigung des Portfolios sowie das anhaltend rückläufige Marktumfeld im Bereich Verbrennertechnologie, insbesondere in den Regionen Greater China und Europa.
Im Berichtszeitraum erwirtschaftete die Sparte ein EBIT vor Sondereffekten von 682 Millionen Euro (Vorjahr: 767 Millionen Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 10,8 Prozent (Vorjahr: 11,5 Prozent).
Vehicle Lifetime Solutions – EBIT-Marge vor Sondereffekten weiter auf hohem Niveau
In der Sparte Vehicle Lifetime Solutions stiegen die Umsätze im Berichtszeitraum währungsbereinigt um 1,8 Prozent auf 2.424 Millionen Euro (Vorjahr: 2.390 Millionen Euro), getrieben durch positive Verkaufspreiseffekte.
Das EBIT vor Sondereffekten lag nach neun Monaten bei 366 Millionen Euro (Vorjahr: 354 Millionen Euro), die EBIT-Marge vor Sondereffekten bei 15,1 Prozent (Vorjahr: 14,8 Prozent).
Bearings & Industrial Solutions – EBIT-Marge vor Sondereffekten deutlich verbessert
Die Umsätze der Sparte Bearings & Industrial Solutions konnten in den ersten neun Monaten des Jahres währungsbereinigt leicht um 1,1 Prozent auf 4.795 Millionen Euro (Vorjahr: 4.806 Millionen Euro) gesteigert werden. Dabei kompensierten Zuwächse in den Unternehmensbereichen (UB) Industrial Bearings und Aerospace Bearings die anhaltende Schwäche im UB Automotive Bearings sowie den leichten Rückgang im UB Linear Motion.
Das EBIT vor Sondereffekten im Berichtszeitraum lag bei 426 Millionen Euro (Vorjahr: 373 Millionen Euro). Insbesondere aufgrund einer verbesserten operativen Performance, vor allem in den Produktionswerken, stieg die EBIT-Marge vor Sondereffekten auf 8,9 Prozent (Vorjahr: 7,8 Prozent).
Free Cash Flow – Im Jahresverlauf kontinuierlich verbessert
Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres beläuft sich auf minus 40 Millionen Euro (Vorjahr: 47 Millionen Euro). Im dritten Quartal lag der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten bei 260 Millionen Euro (Vorjahr: 175 Millionen Euro). Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Capex) lagen im Berichtszeitraum bei 625 Millionen Euro (Vorjahr: 699 Millionen Euro).
„Alle vier Sparten haben sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 in einem herausfordernden Umfeld erfolgreich behauptet. Mit einem konsequenten Fokus auf die operative Performance sowie strukturellen Verbesserungen unserer Kostenstruktur ist es uns gelungen, die Profitabilität trotz leicht reduzierter Umsätze zu verbessern. Neben den zweistelligen EBIT-Margen bei Powertrain & Chassis und Vehicle Lifetime Solutions konnten die Verluste der Sparte E-Mobility reduziert und die Profitabilität der Sparte Bearings & Industrial Solutions erneut gesteigert werden. Dies bildet die Eckpfeiler unserer Ergebnisverbesserung im Jahr 2026. Wie bereits angekündigt, haben wir unseren Free Cash Flow im Jahresverlauf kontinuierlich gesteigert. Die gute Ergebnisqualität, eine weiterhin disziplinierte Investitionspolitik und ein gezieltes Working-Capital-Management trotz eines herausfordernden Lieferkettenumfelds sind die wesentlichen Voraussetzungen für diese Entwicklung“, sagt Christophe Hannequin, Vorstand Finanzen und IT der Schaeffler AG.
Das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbare Konzernergebnis belief sich auf 11 Millionen Euro (Vorjahr: minus 244 Millionen Euro) und war durch Sondereffekte in Höhe von 201 Millionen Euro belastet. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,01 Euro (Vorjahr: minus 0,26 Euro).
Die Netto-Finanzschulden der Schaeffler Gruppe beliefen sich zum Stichtag 30. September 2026 auf 5.296 Millionen Euro (31. Dezember 2025: 4.915 Millionen Euro). Der Verschuldungsgrad vor Sondereffekten lag zum selben Stichtag bei 2,3x (31. Dezember 2025: 2,1x). Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital in Prozent (Gearing Ratio) lag bei 169,6 Prozent.
Zum Stichtag 30. September 2026 beschäftigte das Unternehmen weltweit 108.004 Mitarbeiter. Der Mitarbeiterstand ist seit dem 30. September 2025 um 4.031 Mitarbeiter und seit dem 31. Dezember 2025 um 2.749 Mitarbeiter zurückgegangen (31. Dezember 2025: 110.753). Über die früher als erwartet umgesetzten, im November 2024 angekündigten, strukturellen Maßnahmen sowie die zusätzlich vereinbarten rund 1.800 Altersteilzeitverträge wurde am 12. Oktober 2026 in einer separaten Meldung berichtet.
Ausblick – Prognose für das Gesamtjahr bestätigt
Wie in der Mitteilung vom 13. Oktober 2026 zu den vorläufigen Zahlen für die ersten neun Monate 2026 bekannt gegeben, hat der Vorstand in seiner Sitzung vom 26. Oktober 2026 die Prognose für das Gesamtjahr erneut bestätigt.
Hier finden Sie Fotos der Vorstände:
www.schaeffler.com/de/konzern/executive-board
Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen
Bei bestimmten Aussagen in dieser Pressemitteilung handelt es sich um zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind naturgemäß mit einer Reihe von Risiken, Unwägbarkeiten und Annahmen verbunden, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse oder Entwicklungen von den in den zukunftsgerichteten Aussagen angegebenen oder implizierten Ergebnissen oder Entwicklungen in wesentlicher Hinsicht abweichen. Diese Risiken, Unwägbarkeiten und Annahmen können sich nachteilig auf das Ergebnis und die finanziellen Folgen der in diesem Dokument beschriebenen Vorhaben und Entwicklungen auswirken. Es besteht keinerlei Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Entwicklungen oder aus sonstigen Gründen durch öffentliche Bekanntmachung zu aktualisieren oder zu ändern. Die Empfänger dieser Pressemitteilung sollten nicht in unverhältnismäßiger Weise auf zukunftsgerichtete Aussagen vertrauen, die ausschließlich den Stand zum Datum dieser Pressemitteilung widerspiegeln. In dieser Pressemitteilung enthaltene Aussagen über Trends oder Entwicklungen in der Vergangenheit sollten nicht als Aussagen dahingehend betrachtet werden, dass sich diese Trends und Entwicklungen in der Zukunft fortsetzen. Die vorstehend aufgeführten Warnhinweise sind im Zusammenhang mit späteren mündlichen oder schriftlichen zukunftsgerichteten Aussagen von Schaeffler oder in deren Namen handelnden Personen zu betrachten.
Herausgeber: Schaeffler AG
Ausgabeland: Deutschland
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