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Geschichten aus der Schaeffler-Welt: Technologiekompetenz & Systemverständnis

Teiletausch leicht gemacht mit Spezialwerkzeugen

Der technologische Fortschritt stellt freie Werkstätten vor immer größere Herausforderungen. Der Tausch einer Doppelkupplung, die Reparatur des Steuertriebs oder das Prüfen eines Zweimassenschwungrads: Ohne passende Arbeitsgeräte lassen sich die immer komplizierter werdenden Reparaturen am Fahrzeug kaum noch durchführen. Die Unternehmenssparte Automotive Aftermarket bietet dafür optimale Lösungen. Gemeinsam mit dem renommierten Werkzeughersteller GEDORE aus Donaueschingen entwickelt sie maßgeschneiderte Spezialwerkzeuge – speziell auf die Bedürfnisse in der Werkstatt angepasst.

Weit mehr als Erstausrüster

Die Schaeffler Gruppe ist ein global tätiger Automobil- und Industriezulieferer. Ihre Kompetenzen im Automobilgeschäft gehen weit über die Erstausrüstung hinaus. Die Sparte Automotive Aftermarket bietet umfassende Expertise in der Entwicklung von Reparaturlösungen für den automobilen Ersatzteilmarkt. Zugleich verfügt sie über ein großes Angebot an maßgeschneiderten Spezialwerkzeugen, gibt Hilfestellung für deren Anwendung und liefert die dazugehörigen technischen Informationen.

Moderne Fahrzeuge sind heutzutage mit immer komplexeren Technologien ausgestattet. Die Nutzung von Spezialwerkzeugen bei der Reparatur ist nahezu unumgänglich.

Thomas Petri, Leiter Technischer Service & Datenmanagement im Automotive Aftermarket bei Schaeffler

Einfacher Tausch der selbstnachstellenden Kupplung: Das Spezialwerkzeug ermöglicht die gegenkraftfreie Montage der Kupplungsdruckplatte und ist unerlässlich für die Reparatur.
Einfacher Tausch der selbstnachstellenden Kupplung: Das Spezialwerkzeug ermöglicht die gegenkraftfreie Montage der Kupplungsdruckplatte und ist unerlässlich für die Reparatur.

Auch die schwierigste Reparatur geht mit den Spezialwerkzeugen von Schaeffler schnell und einfach von der Hand. Jedes Spezialwerkzeug ist passgenau für den jeweiligen Anwendungsfall gestaltet und auf die Arbeitsschritte des Reparaturablaufs abgestimmt. Doch bis der Werkstatt-Profi solch ein Werkzeug in der Hand hält, ist eine intensive Entwicklungs- und Zusammenarbeit von Ingenieuren, Produktmanagern, Kfz-Meistern und Herstellern notwendig: von der Idee, über die Planung, den Prototypenbau, verschiedene Versuchsläufe und Korrekturschleifen bis hin zum passgenauen Werkzeugkoffer.

„Wir möchten Werkstätten die bestmögliche Hilfestellung für die Reparatur anbieten“, betont Petri. Dafür hat sich Schaeffler mit GEDORE einen Werkzeughersteller ins Boot geholt, der auf rund hundert Jahre Ingenieurskunst zurückblickt. Das Unternehmen gehört weltweit zu den Qualitätsführern in Sachen professionelle Handwerkzeuge. „Es ist wichtig, einen verlässlichen Entwicklungspartner an seiner Seite zu haben, der denselben Qualitätsanspruch hat wie wir“, so Petri.

Startschuss für ein neues Werkzeug

Die Idee für ein neues Spezialwerkzeug entsteht meist schon zu Beginn der Serienfertigung. Läuft bei Schaeffler ein neues Produkt für die Erstausrüstung vom Band, markiert dies zugleich den Startschuss für die Produktmanager und Kfz-Techniker im Automotive Aftermarket. Passend zu einem neuen Produkt geht es nun an die Entwicklung einer Reparaturlösung und – wenn für die Reparatur erforderlich – eines maßgeschneiderten Spezialwerkzeugs. So stellen die Aftermarket-Experten beispielsweise für die Reparatur der trockenen Doppelkupplung zugleich ein modular aufgebautes Spezialwerkzeugsortiment zur Verfügung.

Stippvisite bei den Versuchsingenieuren

Für die Entwicklung eines solchen Doppelkupplungswerkzeugs steht zunächst ein Besuch bei den Versuchsingenieuren in Bühl auf der Agenda. Dort produziert Schaeffler unter der Marke LuK Getriebekomponenten und -systeme. Gemeinsam mit den Kollegen aus der Erstausrüstung und GEDORE verschaffen sich die Werkzeugspezialisten aus dem Automotive Aftermarket vor Ort einen Eindruck von der neuen Doppelkupplung und informieren sich über die technischen Eigenschaften. „Die gute und enge Zusammenarbeit mit den Kollegen direkt aus der Produktlinie ist enorm wichtig“, erklärt Petri. „Produkt- und Reparaturkompetenz zusammenzuführen, ist der Schlüssel zum Erfolg“. Grundlegende Fragestellungen gilt es hier zu klären: Wie lässt sich die Reparatur der Doppelkupplung am einfachsten gestalten? Welche Werkzeuge werden für einen fachgerechten Aus- und Einbau benötigt und wie müssten diese aussehen? Welche weiteren Fahrzeuganwendungen wird es geben und können wir diese bereits bei der Entwicklung berücksichtigen?

Gemeinsam mit den Versuchsingenieuren im Schaeffler-Werk in Bühl erhalten die Werkzeug-Spezialisten Einblicke in die technischen Eigenschaften der Doppelkupplung.
Gemeinsam mit den Versuchsingenieuren im Schaeffler-Werk in Bühl erhalten die Werkzeug-Spezialisten Einblicke in die technischen Eigenschaften der Doppelkupplung.

Ein Prototyp entsteht

Der Prototyp wird von den Werkzeugspezialisten im Automotive Aftermarket am Versuchsgetriebe auf Herz und Nieren getestet.
Der Prototyp wird von den Werkzeugspezialisten im Automotive Aftermarket am Versuchsgetriebe auf Herz und Nieren getestet.

An einem Versuchsgetriebe spielen die Entwickler von GEDORE in Donaueschingen gemeinsam mit den Schaeffler-Experten den Aus- und Einbau der Kupplung durch. Dafür nehmen sie verschiedenste Werkzeuge aus dem Bestand und prüfen, wie sich ein neues Werkzeug mit den bestehenden Doppelkupplungswerkzeugen vom Automotive Aftermarket kombinieren oder ergänzen lässt. Auf dieser Grundlage erstellen sie einen genauen Anforderungskatalog.

Nach ausführlichen Versuchen und Belastungstests stellt GEDORE einen Prototyp her. Die Werkzeugspezialisten vom Automotive Aftermarket bei Schaeffler testen diesen Prototyp in der hauseigenen Werkstatt auf Herz und Nieren und führen verschiedene Aus- und Einbauversuche auch direkt am Fahrzeug durch. In enger Abstimmung nimmt der Werkzeughersteller so in kleinen Schritten weitere Feinjustierungen vor, bis das Spezialwerkzeug allen Anforderungen entspricht und den optimalen Aus- und Einbau der Doppelkupplung ermöglicht. Manchmal sind viele Anpassungsschleifen und Prototypkonstruktionen notwendig, bis GEDORE ein voll funktionsfähiges Musterteil herstellen kann. Dieses gleicht nahezu vollständig dem späteren Original und dient den technischen Trainern von Schaeffler für erste Praxis-Tests sowie zum Erstellen der technischen Dokumentationen und Reparaturvideos.

Ab in den Koffer

Erst wenn das Musterteil allen Tests und Reparaturvorgängen standhält, geht es in die Fertigung. Doch damit ist die Arbeit der Automotive Aftermarket-Experten von Schaeffler noch lange nicht getan. Das Spezialwerkzeug muss mit allem notwendigen Zubehör passgenau und transportsicher verstaut werden. Zugleich soll der Werkstattprofi es leicht und in sinnvoller Reihenfolge aus dem Koffer entnehmen können. So ist auch bei der Herstellung des Werkzeugkoffers Detailarbeit gefragt, um jedes Teil am richtigen Fleck zu platzieren und in eine stabile Innenpolsterung einzubetten. Auf einem beiliegenden USB-Stick liefern die Experten zudem technische Broschüren und Einbauvideos mit.

Unsere Spezialwerkzeuge sind bis ins kleinste Detail durchdacht.

Thomas Petri, Leiter Technischer Service & Datenmanagement

Die Reparatur am Fahrzeug lässt sich mit den maßgeschneiderten Werkzeugen samt Zubehör schnell und einfach durchführen, ohne umliegende Bauteile in Mitleidenschaft zu ziehen. Damit spart der Werkstattmitarbeiter Zeit und vermeidet Einbaufehler. Zudem bietet die Sparte zahlreiche technische Trainings an, in denen auch die korrekte Anwendung der Spezialwerkzeuge an Trainingsmodellen gezeigt wird.

Übrigens: Die Spezialwerkzeuge für die trockene Doppelkupplung sind modular aufgebaut. Zusätzlich zu einem Basis-Werkzeugsatz können fahrzeugspezifische Ergänzungssätze kombiniert oder erweitert werden. Dadurch entfallen nicht nur hohe Anschaffungskosten für neue Komplettsätze. Werkstätten sind so in der Lage, auch auf neue Fahrzeuganwendungen im Automotive Aftermarket schnell zu reagieren und technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben.

In dem eigens angefertigten Werkzeugkoffer sind alle Teile passgenau und sicher eingebettet und zugleich in sinnvoller Reihenfolge für eine leichte Entnahme angeordnet.
In dem eigens angefertigten Werkzeugkoffer sind alle Teile passgenau und sicher eingebettet und zugleich in sinnvoller Reihenfolge für eine leichte Entnahme angeordnet.
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