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Geschichten aus der Schaeffler-Welt: Technologiekompetenz & Systemverständnis

Hightech für Brückenbauer

Brücken sind sensible Konstruktionen. Auf ihnen lasten ungemeine Kräfte, sie müssen Hitze und Eiseskälte aushalten, sind Stürmen und sogar Erdbeben ausgesetzt. Was oft hinter Stahl und Beton verborgen bleibt: Brücken haben ein imposantes Innenleben, damit sie auch halten, was sie versprechen. Und hier setzt die Lagertechnologie von Schaeffler an.

Brücken verbinden

Überall auf der Welt sorgen Gleitlager, Zylinderrollen- oder Pendelrollenlager von Schaeffler für Stabilität und Langlebigkeit in Gebäuden, Stadien und Staudämmen. Oder eben in Brücken. Seit der Antike verbinden die Bauwerke nicht nur physisch Stadtteile, Inseln und Länder, sondern sie bringen auch immer Menschen und Kulturen zusammen.


Umgefallene Bäume über Flüsse, erodierte Steinwege in Bächen oder tropische Pflanzenfaser über Schluchten – die ersten Brücken waren von der Natur inspiriert. Mit der Industrialisierung kamen Beton und Stahl hinzu und eröffneten den Brückenbauern weltweit neue Möglichkeiten. Vielerorts werden heute auch Aluminiumlegierungen und kohlefaserverstärkte Kunststoffe eingesetzt. 2019 soll in den Niederlanden die erste Brücke aus einem 3D-Drucker in den Betrieb genommen werden.

Von Dreh- bis Hängebrücke – Schaeffler liefert das passende Lager

Ebenso vielfältig sind die Brückenformen: Es gibt Dreh-, Klapp-, Roll-, Zug-, Hub-, Hänge- und Schrägseilbrücken. Bei der Frage nach der Stadt mit den meisten Brücken in Europa liegen die meisten Menschen daneben. Die Hansestadt Hamburg hat zum Erstaunen vieler die meisten Brücken – es sind rund 2.500 an der Zahl. Mehr als Venedig und Amsterdam zusammen.

Natürlich gibt es etliche Meisterwerke und neue kommen hinzu, wie die „Hongkong-Zhuhai-Macau“-Brücke. Sie ist 55 Kilometer lang, aus 420.000 Tonnen Stahl erbaut und damit die längste Seebrücke der Welt. Die Brücke verbindet Hongkong und Macau mit dem chinesischen Festland. Das Hightech-Bauwerk soll Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h, Erdbeben bis zur Stärke acht und Kollisionen mit Flugzeugträgern, Tank- und Containerschiffen jeder Größenordnung standhalten.

Kaum weniger eindrucksvoll: das sich über fast 50 Kilometer erstreckende Brückenkonstrukt des „Sheikh Jaber Al Ahmad Al Sabah Causeway“ über der Bucht von Kuwait. 2019 soll der Infrastruktur-Gigant fertig sein. Noch länger, allerdings größtenteils über Land verlaufend, ist die „Große Brücke Danyang–Kunshan“. Sie ist mit 164 Kilometer die längste Brücke der Welt. Das Endlosbauwerk schlängelt sich entlang des Yangtze-Flusses und überspannt für die Schnellzugverbindung von Peking nach Shanghai Flüsse, Kanäle, Schluchten, Bäche, Ebenen, Hügel, Seen und Reisfelder.

Ein einziges Axial-Gelenklager von Schaeffler trägt die 800 Tonnen schwere Puente de la Mujer in Buenos Aires.
Ein einziges Axial-Gelenklager von Schaeffler trägt die 800 Tonnen schwere „Puente de la Mujer“ in Buenos Aires.

In vielen Brücken rund um den Globus setzen Betreiber auf tragzahlstarke, reibungsarme und daher auch bei schwierigsten Umgebungsbedingungen betriebssichere Großlager von Schaeffler.

In der Fußgänger-Drehbrücke „Puente de la Mujer“, die zu einem Wahrzeichen der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geworden ist, trägt ein einziges wartungsfreies Axial-Gelenklager das gesamte Brückengewicht von 800 Tonnen.

Die vier Drehpunkte der „Porta d'Europa“-Klappbrücke im Hafen von Barcelona ruhen in Großgelenklagern von Schaeffler mit einer Bohrung von 670 Millimetern. Sie zählt mit 106 Metern Stützweite zu den größten Doppelklappbrücken der Welt.

Die zwölfspurige „Van Brienenoord 2“-Autobahnklappbrücke in Rotterdam, über die 250.000 Fahrzeuge täglich rollen, ist in vier Pendelrollenlagern gelagert. Sie weisen eine Bohrung von 850 Millimetern auf.

Bei der „Storebæltsbroen“-Brücke – mit 1.624 Metern eine der weltweit längsten Hängebrücken – zwischen den dänischen Inseln Fünen und Seeland gleichen zwölf Gelenklager von Schaeffler alle durch Wind und Verkehr verursachten Schwingungen aus.

2016 ging die „Osman-Gazi“-Brücke in der Türkei mit Unterstützung von Schaeffler in Betrieb. Die komplett aus Stahl gebaute Brücke befindet sich in rund 60 Metern Höhe über dem Marmarameer im Süden Istanbuls. Die Gegend gilt als besonders erdbebengefährdet. Daher musste die viertlängste Hängebrücke der Welt mit einer speziellen Technik ausgestattet werden, die laufend mögliche Erschütterungen, Bewegungen und Belastungen aushält.

Schaeffler lieferte 109 Gelenklager und 72 Buchsen für die Stellen, an denen einzelnen Brückenabschnitte und Brückenkabel mit dem Fundament verbunden sind.

Dass die Osman-Gazi Brücke in Istanbul auch bei Erschütterungen sicher mit dem Fundament verbunden bleibt, machen 109 Gelenklager und 72 Buchsen von Schaeffler möglich.
In Erdbebengebieten müssen Bauwerke den extremen Kräften gewachsen sein. Dass die Osman-Gazi Brücke in Istanbul auch bei Erschütterungen sicher mit dem Fundament verbunden bleibt, machen 109 Gelenklager und 72 Buchsen möglich.

Schaeffler-Technologien auch bei Sanierungen gefragt

Es stehen aber nicht nur Neubauten im Fokus der Schaeffler-Spezialisten, sondern auch Sanierungen oder Erweiterungen. Wie bei der „Botlek“-Hubbrücke in Rotterdam, die seit 2015 den gleichnamigen Tunnel mit vier zusätzlichen Autobahnspuren entlastet.

Diese Brücke über die Maas gilt als der Herkules unter den Hubbrücken. Gewaltige Elektromotoren heben über Hubseile die beiden mittleren Brückenteile binnen 109 Sekunden an, 20-mal am Tag. Die Brückenteile bestehen aus rund 10.000 Tonnen Stahl, Beton und Asphalt – ihr Gewicht ist mit dem des Pariser Eiffelturms vergleichbar. Nach einem Jahr in Betrieb stellten Gutachter jedoch merkwürdige Geräusche und Vibrationen fest. Die ursprünglichen Lager in den 67 Seilscheiben, in denen die Hubseile zu den Gegengewichten laufen, waren den Belastungen nicht gewachsen. Eine Herausforderung, wie für Schaeffler gemacht.

Peter Fischer, Schaeffler-Mitarbeiter vom Standort Schweinfurt (links im Bild) und Gerard Versteeg, von Schaeffler Netherlands (rechts im Bild) beim Einbau der neuen Lager in die 67 Seilscheiben der Botlek-Hubbrücke.
Peter Fischer, Schaeffler-Mitarbeiter vom Standort Schweinfurt (links) und Gerard Versteeg, von Schaeffler Netherlands (rechts) beim Einbau der neuen Lager in die 67 Seilscheiben der Botlek-Hubbrücke.
Montage der Lager: Experten bauen mit Hilfe von Schaeffler-Monteuren die zweireihigen Zylinderrollenlager ein.
Montage der Lager: Experten bauen mit Hilfe von Schaeffler-Monteuren die zweireihigen Zylinderrollenlager ein.

Mit dem Programm Bearinx konnten die Schaeffler-Experten aus Schweinfurt und Höchstadt die genaue Position und Art der Lager berechnen, die für die gewaltige Last der beweglichen Brückenteile nötig waren. Danach wurde jede Seilscheibe mit einem speziell konstruierten, zweireihigen Zylinderrollenlager neu ausgestattet. Jedes hat einen Außendurchmesser von fast einem Meter und ein Gewicht von 800 Kilogramm.

Für die Erweiterung von vier auf sechs Fahrspuren der Puente de Rande-Brücke in Galizien montierte Schaeffler Iberia 140 Gelenklager.
Für die Erweiterung von vier auf sechs Fahrspuren der „Puente de Rande“-Brücke in Galizien montierte Schaeffler Iberia 140 Gelenklager.

Rund 2.000 Kilometer südwestlich von Rotterdam hängt die „Puente de Rande“, eine Schrägseilbrücke, die seit 1981 in der spanischen Region Galicien die Orte Redondela und Moaña verbindet. Mit einer Länge von 1.604 Meter, einer zentralen Spannweite von 401 Meter und zwei 118,6 Meter hohen Pylonen sollte sie als erste ihrer Art um zwei zusätzliche Fahrspuren erweitert werden.

Unter Berücksichtigung der Umgebung und der Konstruktionsmerkmale montierte Schaeffler Iberia 140 wartungsfreie Gelenklager mit Elgoglide-Gleitschicht. Sie sorgen dafür, dass die nunmehr sechs Fahrbahnen und die Brücke sicher zusammengehalten werden, während täglich 50.000 Fahrzeuge passieren.

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