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Geschichten aus der Schaeffler-Welt: Digitalisierung

Kollege Watson

Mit dem Technologiepartner IBM etabliert Schaeffler eine digitale Plattform, um neue Lösungen für den mobilen Datenaustausch, Big-Data-Analysen und die Maschine-Maschine-Kommunikation zu realisieren.

Zentrale Daten-Drehscheibe

Bereitstellen, analysieren, kommunizieren

Unzählige Balken, Rauten, Dreiecke. Die IT-Experten Christof Heurung, Stefan Walter und Jürgen Wernsdörfer betrachten entspannt den Projektplan. „Wir sind gut in der Zeit“, sagt Wernsdörfer. Gemeinsam mit seinem Kollegen ist er als Projektleiter für die Einführung der digitalen Plattform bei Schaeffler verantwortlich. Die offene hybride Cloud-Lösung von IBM Watson soll die zentrale Daten-Drehscheibe für Schaeffler werden.

Regelmäßige Projektbesprechungen begleiten die Einführung der digitalen Plattform bei Schaeffler. Im Bild: Stefan Walter, Leiter IT Strategie & Programm Office (Mitte), Christof Heurung (links) und Jürgen Wernsdörfer (beide Projektleiter für die Implementierung der Digitalen Plattform)
Regelmäßige Projektbesprechungen begleiten die Einführung der digitalen Plattform bei Schaeffler. Im Bild: Stefan Walter, Leiter IT Strategie & Programm Office (Mitte), Christof Heurung (links) und Jürgen Wernsdörfer (beide Projektleiter für die Implementierung der Digitalen Plattform)

Drei zentrale Aufgaben hat die auf IBM-Technologie basierende Lösung:

  • Erstens macht sie Daten, die an einem bestimmten Ort entstehen, in der ganzen Welt verfügbar. So kann zum Beispiel ein Maschinen-Instandhalter mobil auf alle Betriebsdaten der Anlage zurückgreifen.
  • Die zweite Aufgabe: Die Daten der Schaeffler-Cloud bilden die Basis für eine neue Service-Plattform, mit deren Hilfe Kunden des Unternehmens ihre Anlagen optimieren können. Eine mögliche Anwendung zeigt Schaeffler bereits auf der InnoTrans, der Weltleitmesse für Verkehrstechnik: Bahnbetreiber sollen mit Hilfe von aktuellen Betriebsdaten die Wartung von Schienenfahrzeugen effizienter steuern können.
  • Drittens ermöglicht die Daten-Drehscheibe auch die direkte Kommunikation von Maschine zu Maschine, wie sie beispielsweise für „Industrie 4.0“-Fabriken geplant ist. Zukunftsmusik ist das alles nicht mehr. „Die Technik steht bereit und erste Pilotprojekte werden aktuell implementiert“, versprechen die IT-Experten.

Seit Ende letzten Jahres arbeiteten sie daran, die Vision einer digitalen Plattform Realität werden zu lassen. Zunächst galt es, einen Partner in der IT-Branche zu finden, der alle Anforderungen erfüllt – ein langer Katalog, der von der Datensicherheit bis zu benutzerfreundlichen Oberflächen reicht. Aus dem Wettbewerb, in dem unter anderem Lösungen für vier verschiedene Anwendungsszenarien präsentiert werden mussten, ging schließlich IBM als Wunschpartner hervor. Die „International Business Machines Corporation“, gegründet bereits im Jahr 1911, ist nicht nur eines der traditionsreichsten Unternehmen im IT-Bereich, sondern gilt auch als Vorreiter bei Themen wie Big-Data-Analysen oder Künstliche Intelligenz. Das von IBM entwickelte Computerprogramm „Watson“ schlug 2011 erstmals einen menschlichen Gegner in der US-Quizsendung „Jeopardy!“ und wurde dadurch weltberühmt.

Anwendungen heute und morgen

Maschinen lernen zu lernen

Seit die Entscheidung für den Technologiepartner IBM gefallen ist, arbeitet die Schaeffler-IT daran, die digitale Plattform für das Unternehmen nutzbar zu machen.

Nur Daten zu sammeln bringt gar nichts. Erst wenn aus Daten auch nützliche Informationen resultieren, haben wir unser Ziel erreicht.

IT-Chef Harald Gießer

Und das sieht beispielsweise so aus: Im Stammwerk in Herzogenaurach erhalten in Kürze die ersten Maschinen-Instandhalter neue Smartphones, auf denen eine von Schaeffler entwickelte App installiert ist. Anstelle wie bisher manuell Daten zu erfassen und in das SAP-System zu übertragen, werden die Informationen per Smartphone direkt in SAP gespeichert. In weiteren Ausbaustufen ist angedacht, weitere Funktionen mobil anzubieten, so dass zum Beispiel schon vor einer regulären Wartung die Techniker auf alle vorliegenden Maschinendaten zurückgreifen können, um so ihren Einsatz besser zu planen. Noch wichtiger wird eine solche App, wenn eine Störung auftritt: Der Instandhalter muss dann nicht erst zur Produktionsanlage kommen, um die Daten auszulesen, sondern kann sich bereits vorher ein Bild der Lage machen.

Anstelle wie bisher manuell Daten zu erfassen und in das SAP-System zu übertragen, werden die Informationen künftig per Smartphone direkt in SAP gespeichert.
Anstelle wie bisher manuell Daten zu erfassen und in das SAP-System zu übertragen, werden die Informationen künftig per Smartphone direkt in SAP gespeichert.
Die Werkzeugmaschine 4.0 im Schaeffler-Werk in Höchstadt: Das mit Sensoren und Kommunikationsmodul ausgestattete Fräs- und Drehzentrum soll die Datenfülle künftig mit der Schaeffler-Cloud teilen.
Die Werkzeugmaschine 4.0 im Schaeffler-Werk in Höchstadt: Das mit Sensoren und Kommunikationsmodul ausgestattete Fräs- und Drehzentrum soll die Datenfülle künftig mit der Schaeffler-Cloud teilen.

Im Werk Höchstadt, wo Schaeffler derzeit die Werkzeugmaschine 4.0 testet, wird parallel dazu der nächste Schritt vorbereitet. Das Fräs- und Drehzentrum, das mit Dutzenden neuer Sensoren und einem Kommunikationsmodul ausgestattet ist, teilt die Datenfülle künftig mit der Schaeffler-Cloud. Dadurch erfolgt der Datenaustausch mit anderen Anlagen und Systemen zur Produktionssteuerung vollautomatisch, ein erster Schritt zu einer sich weitgehend selbst steuernden Produktion, auch bekannt als „Industrie 4.0“ eine vorrangig in Deutschland geprägte Vision von der Fabrik der Zukunft. Auch für Kunden soll die Cloud zusätzlichen Nutzen bringen. „Wir bringen gerade eine Service-Plattform auf den Weg“, so Gießer. „Mit ihr können unsere Kunden ihre Daten besser auswerten, die im Rahmen von Condition Monitoring-Systemen anfallen.“

Prognose-Qualität verbessern

Ob Windkraftanlage, Werkzeugmasschine 4.0 oder Schienenfahrzeug: Wo immer es gilt, Maschinenausfälle unbedingt zu verhindern und Wartungsarbeiten zum optimalen Zeitpunkt durchzuführen, bewähren sich heute bereits Condition Monitoring-Systeme von Schaeffler, die Daten von Schwingungs-, Drehzahl- und Temperatursensoren auswerten und so drohende Störungen rechtzeitig anzeigen. „In einem ersten Schritt dient die Schaeffler-Cloud dazu, die Bedienung solcher Systeme zu verbessern“, sagt Gießer. „Aber bald schon wird sich die Prognose-Qualität noch einmal deutlich verbessern lassen.“ Denn die zentrale Daten-Drehscheibe erlaubt es, die Maschinendaten mit anderen Datenreihen zu korrelieren – etwa die in einer Windkraftanlage auftretenden Belastungen mit den im Jahresverlauf schwankenden Windstärken. Das Fernziel heißt „kognitive Analyse“. Darunter verstehen IT-Spezialisten, dass die Auswertung der Datenreihen dazu dient, den für die Lebensdauerberechnung genutzten Algorithmus permanent verbessern. Anders formuliert: Maschinen lernen das Lernen.

In Windkraftanalgen bewähren sich schon heute Condition Monitoring-Systeme von Schaeffler, um Maschinenausfälle zu verhindern und Wartungsarbeiten zum optimalen Zeitpunkt durchzuführen.
In Windkraftanalgen bewähren sich schon heute Condition Monitoring-Systeme von Schaeffler, um Maschinenausfälle zu verhindern und Wartungsarbeiten zum optimalen Zeitpunkt durchzuführen.
Condition Monitoring in Schienenfahrzeugen: Die Daten von Schwingungs-, Drehzahl- und Temperatursensoren werden ausgewertet und drohende Störungen rechtzeitig angezeigt.
Condition Monitoring in Schienenfahrzeugen: Die Daten von Schwingungs-, Drehzahl- und Temperatursensoren werden ausgewertet und drohende Störungen rechtzeitig angezeigt.
Neue Geschäftsmodelle

Mehrwert schaffen

Datenanalyst ist ein ziemlich junges Berufsbild. Bereits heute beschäftigt Schaeffler ein halbes Dutzend dieser Experten im Stab von Gerhard Baum, Chief Digital Officer von Schaeffler.

Wir haben in den letzten Jahren durch signifikante Investitionen in Forschung und Entwicklung dafür gesorgt, dass Bauteile intelligent werden.

Gerhard Baum, Chief Digital Officer von Schaeffler

„Solche Komponenten können Daten erfassen und verarbeiten“, erläutert Baum. Künftig sollen die Daten für zusätzliche Wertschöpfung genutzt werden. Um für Kunden nutzbar zu sein, müssen sie jedoch zunächst gesammelt und aufbereitet werden – genau das leistet die Schaeffler-Cloud.

Bauteile werden intelligent: Der elektromechanische Wankstabilisator von Schaeffler beispielsweise könnte sehr exakte Angaben über den Straßenzustand liefern.
Bauteile werden intelligent: Der elektromechanische Wankstabilisator von Schaeffler beispielsweise könnte sehr exakte Angaben über den Straßenzustand liefern.
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