
Schaeffler Technologies
AG & Co. KG
Bettina Hüpgens und Elke Wurdack
Tel. +49 9132 82-8282
Studium:
Maschinenbau an der Universität Kaiserslautern
Funktion:
Leiter Zentrale Entwicklung
Berufliche Stationen:
Seit 1991 bei Schaeffler: Versuchsingenieur, Anwendungstechniker, Leiter Zentraler Versuch, Leiter Zentrale Technik
Hobbys:
Bogenschießen, Tanzen, Musik
Was ist denn das Spannende in Ihrem Bereich?
Die Schaeffler Gruppe hat ein enormes Produktportfolio. Wir betreiben Produktentwicklung vom winzigen Kugellager für Dentalbohrer bis hin zu vier Meter großen Pendelrollenlagern für Windkraftanlagen. Hinzu kommen Automobilkomponenten und -systeme. Daher ist auch die Bandbreite in der Zentralen Entwicklung, einem der Technologie-Zentren für die Schaeffler Gruppe riesig. Wir haben Schnittstellen zu allen Unternehmensbereichen und kooperieren mit allen anderen Bereichen der Produkttechnologie.
Welche Bereiche gehören eigentlich zur Zentralen Entwicklung?
Die Zentrale Technik (mit den großen Bereichen Versuch, Berechnung, Werkstofftechnik), das Innovations- und Wissensmanagement, die Wert- und Kostenanalyse, das Zentrale Projektmanagement sowie die Verantwortung für alle Werkzeuge und Entwicklungsprozesse in der Produktentwicklung.
In der Zentralen Entwicklung sind in Deutschland rund 700 und weltweit etwa 1.200 Mitarbeiter beschäftigt. Die internationale Koordination der Engineering Center gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Zentralen Entwicklung.
Was sind denn so die aktuellen Themen in der Schaeffler Gruppe?
E-Mobilität, regenerative Energien, Mechatronik und Effizienzsteigerung/CO2-Reduzierung. Hier sind wir sehr gut mit dabei. Dabei entwickeln wir uns immer mehr von einem reinen Komponentenproduzenten hin zu einem Lieferanten von Modulen, Baugruppen und Systemen mit integrierter Elektronik und Messtechnik.
Was ist das Besondere an Schaeffler?
Schaeffler hat ein riesiges Kunden- und Produktspektrum und bietet damit vielfältige Aufgabenfelder. Zudem verfügt Schaeffler über eine hohe eigene Wertschöpfungstiefe. Das ist nicht selbstverständlich in unserer Branche und unterscheidet uns vom Wettbewerb. Den Prozess von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung und Produktion des fertigen Systems und der Arbeit mit den Kunden kann man bei Schaeffler mit begleiten und gestalten. Wir wachsen schneller als der Markt, da gibt es immer neue Projekte und Aufgaben.
Was können Sie in Ihrem Bereich jungen Ingenieuren bieten?
In meinem Bereich gibt es wegen der großen Bandbreite an Themen und Aufgaben hervorragende Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Ingenieure. Hier kann man sowohl eine Management- als auch eine Fach- oder Projektlaufbahn antreten. Durch die Verknüpfung der Zentralen Entwicklung mit anderen Bereichen und Abteilungen im Unternehmen erhält man einen hervorragenden Überblick und lernt die verschiedensten Themen und Produktgruppen kennen. Zudem machen wir nicht nur eigene Projektarbeit, sondern sind auch in Projekten der gesamten Schaeffler Gruppe involviert. Die Zentrale Entwicklung möchte ich daher durchaus als „Kaderschmiede“ für alle Bereiche des Unternehmens bezeichnen.
Die Städte Herzogenaurach, Schweinfurt, Bühl – die Hauptstandorte der Schaeffler Gruppe in Deutschland - sind ja nun nicht gerade Deutschlands bekannte Entwicklungshochburgen?
Wir brauchen uns da überhaupt nicht zu verstecken. Unsere Entwicklungszentren an den genannten Standorten sind alle state of the art. Beispielsweise besitzen wir an unserem FAG-Standort in Schweinfurt den weltweit größten Prüfstand für Windkraftlager. Bei Schaeffler arbeiten über 5.500 Ingenieure und Techniker in der Forschung und Entwicklung und das an 40 Standorten weltweit. Wir sind da sehr gut aufgestellt. Schaeffler war mit über 1.600 Patentanmeldungen letztes Jahr auf Platz 4 der innovativsten Unternehmen in Deutschland.
Sie sind bereits seit 20 Jahren bei Schaeffler. Nach Ihrem Studium begannen Sie hier als Versuchsingenieur, seitdem sind Sie dem Unternehmen treu geblieben. Was reizt Sie an Schaeffler?
Hier kann man sich aktiv einbringen, mit gestalten, Ideen entwickeln und umsetzen. Natürlich ist dazu Eigeninitiative Voraussetzung. Ich kann hier Dinge bewegen. Deshalb bin ich seit 20 Jahren da und mir gefällt es nach wie vor sehr gut bei Schaeffler. Nach meinem Studium habe ich als Versuchsingenieur begonnen, ich war und bin viel im Ausland unterwegs, später übernahm ich verschiedene Leitungsfunktionen. So habe ich mich fachlich und persönlich immer weiter entwickeln können.
Was für Qualifikationen sollten Absolventen und Berufseinsteiger mitbringen?
Ich bin kein großer Freund von besonders kurzen Studienzeiten. Ich denke, man sollte diese Zeit vielmehr nutzen, um sich vielfältig weiterzuentwickeln – nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Praktika, Auslandssemester und Reisen, um andere Kulturen und Denkweisen kennenzulernen und die Arbeit in Projekten – spontan fällt mir hier die Formula Student ein, eine ganz feine Sache – geben jungen Menschen Rüstzeug in die Hand, das sie später sehr gut gebrauchen können. Englisch ist sehr wichtig. Es dauert länger gut Englisch zu können als Ingenieur zu werden. Soft Skills sind nötig, um im Team erfolgreich arbeiten zu können.