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Weiterdenken, querdenken, umdenken. Um vorzudenken.
2334 Patentanmeldungen im Jahr 2015

Innovation

Technologie

Die systematische Verbesserung von Bestehendem ist angesichts des rasanten technologischen Fortschritts und des kontinuierlich zunehmenden globalen Wettbewerbsdrucks von immenser Bedeutung für den Erfolg von morgen.
Als zukunftsorientiertes Unternehmen investiert Schaeffler in besonderem Maße in Forschung und Entwicklung. Weltweit arbeiten rund 6.700 Mitarbeiter in 17 Forschungs- und Entwicklungszentren in enger Abstimmung mit den Kunden an neuen, technologisch und wirtschaftlich überzeugenden Lösungen – beispielsweise in den Bereichen Werkstoffe, Tribologie und Beschichtungen. Allein im Jahr 2015 führte dieses Engagement zu mehr als 2.300 neuen Patentanmeldungen. Damit nimmt Schaeffler eine Spitzenposition unter den erfindungsstärksten Unternehmen in Deutschland ein.

Beschichtungstechnologie

Kompetenzzentrum Oberflächentechnik

Die Kompetenz von Schaeffler für funktionale Oberflächen und Beschichtungen ist weltweit führend. Mit dem Ausbau des Kompetenzzentrums Oberflächentechnik am Standort Herzogenaurach hat Schaeffler seine Kapazitäten in der Entwicklung und Anwendung der Beschichtungstechnologie erweitert – mit dem Ziel, die Technologie- und Marktführerschaft auf diesem Gebiet weiter auszubauen.

Das Kompetenzzentrum Oberflächentechnik hat sich in den vergangenen Jahren äußerst erfolgreich entwickelt. Ein Beleg hierfür: Der Umsatz mit beschichteten Teilen konnte seither um über 50 Prozent gesteigert werden. Heute bieten wir einen umfangreichen Baukasten an Beschichtungen, der es uns ermöglicht, die Oberflächen von Bauteilen und Systemen exakt auf die spezifischen Anforderungen unserer Kunden auszulegen. Unsere Systeme erhöhen die Lebensdauer der Komponenten und bieten Schutz vor Verschleiß, Korrosion und Stromdurchgang. Zudem minimieren sie Reibung und tragen damit erheblich zu Ressourcenschonung und Energieeffizienz bei.

Neueste Entwicklungen ermöglichen auch multi-funktionale und sensorische Schichten. Mit unserer technischen Ausstattung und unserem Prozess- und Anwendungs-Know-how sind wir in der Lage, frühzeitig in der Entwicklung Muster zur Verfügung zu stellen und diese direkt und robust in eine Serienfertigung zu überführen. Das gilt für relativ geringe Losgroßen bei industriellen Anwendungen ebenso wie für Millionen-Stückzahlen in der Automobilindustrie.

Ein Beispiel hierfür: Triondur® CX+. Das neuartige Schichtsystem ermöglicht es, die Reibungsverluste im PKW-Ventiltrieb über die gesamte Lebensdauer im maßgeschneiderten Zusammenspiel mit den weltweit verwendeten Motorölen zu halbieren und somit in Automobilen wertvolle ein bis zwei Prozent CO2 einzusparen. Wälzlager können durch Triondur® CX+ unter extremen Bedingungen verschleißfrei und reibungsarm betrieben werden. So konnten die Reibwerte in Pendelrollenlagern um 45 % gesenkt werden bzw. die Lager weisen schon unter Mangelschmierung so niedrige Reibwerte auf, wie sie sonst nur im gut geschmierten Zustand erreichbar wären. Da nur ein Reibpartner beschichtet werden muss, z.B. der Tassenstößel oder die Lagerrollen, kann Triondur® CX+ modular und kostengünstig eingesetzt werden. Die Innovationskraft und der Mehrwert für den Kunden zeigen sich in der raschen Marktverbreitung des Schichtsystems sowie in stetig steigenden Stückzahlen, die bereits über 20 Millionen pro Jahr liegen.

Innovative Schichtsysteme

Mit Oberflächen konstruieren – Dr. Tim Hosenfeldt im Interview

"Innovation bedeutet für mich Marktführerschaft durch Technologieführerschaft in Produkt und Prozess durch profitable Bauteile und Systeme mit einem Mehrwert für unsere Kunden durch funktionale Oberflächen."

Dr. Tim Hosenfeldt, Leiter Kompetenzzentrum Oberflächentechnik

Dr. Tim Hosenfeldt, Leiter Kompetenzzentrum Oberflächentechnik

Was war die Ausgangssituation für die Entwicklung der innovativen Schichtsysteme?

Aufgrund der immer anspruchsvolleren Einsatzbedingungen für unsere innovativen Motorenelemente und Wälzlagerkomponenten nahm der Verschleiß an der Oberfläche stetig zu. Und deshalb sind wir hergegangen und haben die Oberflächen dort optimiert, wo Reibung und Verschleiß entsteht und haben den Fokus auf die Entwicklung neuartiger Schichtsysteme gesetzt, die gleichzeitig minimale Reibung aufweisen, einen maximalen Verschleißwiderstand und durch ihre geringe Dicke im Mikrometerbereich innovative Leichtbaukonzepte ohne zusätzlichen Bauraum ermöglichen.

Bitte beschreiben Sie uns die Innovation in ihren Grundzügen und erläutern Sie die Einsatzfelder.

Unser Markenname für unsere innovativen diamantartigen Schichtsysteme ist Triondur®. Das schöne und auch kostengünstige an diesem System ist es, das es genügt, nur einen Reibpartner zu beschichten. So beschichten wir zum Beispiel bei einem Wälzlager zumeist den Wälzkörper, der gleichzeitig im tribologischen Kontakt mit dem Käfig, dem Außenring und dem Innenring steht. Im Kompetenzzentrum Oberflächentechnik begleiten wir unsere Kunden und die Anwendungstechnik im gesamten Prozess: von der Anwendungsberatung über die Entwicklung, die Musterbeschichtung hier im Beschichtungszentrum und die Überführung in den Serienprozess.

Wir haben im letzten Jahr etwa 75 Millionen Bauteile mit Triondur® ausgeliefert und so gelingt es uns heute zum Beispiel im Ventiltrieb die Reibung zu halbieren und das sind wertvolle ein bis zwei Prozent CO2-Reduzierung pro Fahrzeug.

Was bedeutet Innovation für Sie persönlich?

Innovation bedeutet für mich Marktführerschaft durch Technologieführerschaft in Produkt und Prozess durch profitable Bauteile und Systeme mit einem Mehrwert für unsere Kunden durch funktionale Oberflächen.

Werkstoffe

Höchste Leistungsfähigkeit und Gebrauchsdauer auch unter extremen Bedingungen

Die Nachfrage nach Wälzlagern, die sich auch unter extremen Bedingungen durch höchste Leistungsfähigkeit und Gebrauchsdauer auszeichnen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – nicht zuletzt aufgrund verschärfter gesetzlicher Rahmenbedingungen, des wachsenden Bewusstseins für Nachhaltigkeit und des Strebens nach energieeffizienten, robusten Lösungen. Schaeffler bietet bereits seit vielen Jahren Antworten auf diese vielfältigen Anforderungen.

Beispiel Keramik

Durch Keramik-Wälzkörper, die weniger Reibung erzeugen, werden immer höhere Drehzahlen möglich, was die Neuentwicklungen besonders für Luft- und Raumfahrt sowie für Werkzeugmaschinen qualifiziert. Wie robust die Keramik-Wälzkörper sind, wird am Beispiel des Spindellagers deutlich: Mit der neuen Hochleistungs-Spindellagerbaureihe RS und dem thermisch robusten Zylinderrollenlager TR verbinden sich höchste Drehzahleignung mit hoher Belastbarkeit und Unempfindlichkeit bei unterschiedlichsten Betriebsbedingungen. Außerdem vereinfachen die Innovationen Konstruktion und Montage und optimieren die Schmierstoffverteilung.

Beispiel Cronitect

Mit Cronitect hat Schaeffler einen Hochleistungs-NIRO-Stahl entwickelt, mit dem Wälzlager unter extremen Bedingungen betrieben werden können, beispielsweise im Kontakt mit korrosiven Medien (Wasser, Säuren, Reinigungsmittel) oder im Trockenlauf – jeweils in abgedichteter Ausführung oder ohne Dichtung. Cronitect ist ein martensitisch härtbarer Stahl, der durch seine chemische Zusammensetzung in Kombination mit einem neuen thermochemischen Randschichtbehandlungsverfahren eine sehr hohe Härte bei höchster Korrosionsbeständigkeit erlangt. Cronitect besteht beispielsweise den Salzsprühnebeltest nach DIN 50021 SS selbst nach 600 Stunden problemlos. Damit ist die Korrosionsbeständigkeit um ein Vielfaches besser als bei handelsüblichen NIROStählen.

Beispiel Hybrid-Wälzlager

Auch im Bereich Sport überzeugt Schaeffler mit Innovationen: Leichtlaufeigenschaften, geringe Reibung und Korrosionsbeständigkeit machen das neue Cronitect-Hybrid-Wälzlager zur ersten Wahl für Inline-Skater und für Tretlager von Premium-Rennrädern. Möglich wird das durch die Werkstoff-Kombination aus dem von uns entwickelten Hochleistungsstahl Cronitect für die Lagerringe und Keramik für die Wälzkörper, eine optimierte Kugellaufbahn-Geometrie und ein extrem reibungsarmes Dichtungskonzept.

Schmierung

Neue Maßstäbe im Bereich der Tribologie

Chemische und physikalische Labors, z. B. für Schmierstofftests
Chemische und physikalische Labors, z. B. für Schmierstofftests

Als Technologie- und Innovationsführer rund um Wälzlager treibt Schaeffler den Fortschritt auf diesem Gebiet kontinuierlich voran – und setzt immer wieder neue Maßstäbe im Bereich der Tribologie, der Lehre von Reibung, Schmierung und Verschleiß. Der Servicebereich Tribologie beschäftigt sich damit, wie sich Reibung und der daraus resultierende Verschleiß so weit als möglich vermeiden lässt.

Unser umfassendes Know-how rund um die optimale Wälzlagerschmierung für die jeweilige Anwendung stellen wir ganz in den Dienst maßgeschneiderter Lösungen. Wir beraten unsere Kunden kompetent und umfassend bei der Auswahl des passenden Schmierstoffs – für jede Anwendung. Mehr noch: Bei Bedarf entwickeln und testen unsere Experten auch komplett neue Schmierstoffe. Dabei berücksichtigen wir alle relevanten Parameter: Anwendungsbesonderheiten, Wirtschaftlichkeit, Gebrauchsdauer, Nachhaltigkeit etc.

Auf Basis unseres fundierten Wissens im Bereich Schmierstoffe realisieren wir tribologische Lösungen, die Maßstäbe setzen. Dabei arbeiten wir eng mit führenden Forschungsinstituten und Mineralölfirmen zusammen. Zudem bieten wir mit medias® ein weltweit einzigartiges Produktauswahl- und Beratungssystem zur Bestimmung des für den jeweiligen Anwendungsfall optimalen Schmierstoffs.

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